Was hat unsere momentane Situation mit Massentierhaltung zu tun?

Derzeit wird die Welt überrollt von einer Pandemie, d.h. von einer weltweit verbreiteten Infektionskrankheit, die durch das sogenannte Coronavirus (SARS-CoV-2) ausgelöst wird (übrigens benannt nach ihrem Aussehen unter einem hochauflösenden Mikroskop, nicht etwa in Anlehnung an das schmackhafte, mexikanische (und vegane) Bier).

Pandemien können durch unterschiedliche Arten von Erregern verursacht werden. Durch Bakterien verbreiten sich beispielsweise Tuberkulose und Cholera, während Malaria durch einen einzelligen Parasiten namens Plasmodium hervorgerufen wird. Die wohl in jüngster Zeit aber berüchtigtste Gruppe der Erreger sind Viren. Zu Viruserkrankungen zählen zum Beispiel AIDS, Masern, Polio, Ebola und Hepatitis. Und ganz aktuell eben auch Covid-19 (Corona virus disease 2019), die durch eine schwere Erkrankung der Atemwege gekennzeichnet ist – ähnlich der SARS-Infektion.

Mehr als 2/3 der bekannten humanen Viren sind in der Lage auch Wirbeltiere anzustecken. Und damit nähern wir uns auch so langsam dem eigentlichen Thema. Es soll nämlich um sogenannte Zoonosen gehen. Laut WHO sind Zoonosen „Erkrankungen, die auf natürlichem Wege zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden“. Allein in den letzten 20 Jahren, traten mehrere schwere Pandemien auf, die durch Tiere auf Menschen übertragen wurden. Dazu gehören vor allem SARS, MERS, sowie die Vogelgrippe und nun auch Covid-19. Die Besonderheit all dieser zoonotischen Erkrankungen ist, dass sie in ihrem natürlichen, ursprünglichen Wirt kaum Probleme machen, d.h. es treten kaum oder keine Symptome auf. Am Beispiel von SARS werden Fledermäuse als natürlicher Wirt angenommen. Erst bei sogenannten „Übertragungswirten“ treten moderate Symptome auf, bei SARS waren diese nachweislich Schleichkatzen. Werden die Viren dann weiter auf die nächste Spezies, dem Menschen, als sogenannten „Spillover-Wirt“ (Übergang von Tier zu Mensch) übertragen, treten schwere bis tödliche Symptome auf. Wir sind also der Endwirt, der oftmals mit den fatalsten Folgen zu rechnen hat.

Für das Coronavirus wird ebenso wie beim SARS-Virus vermutet, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte sind. Ob die Übertragung über einen Zwischenwirt erfolgte oder ob es direkt auf den Menschen übertragen wurde, weiß man derzeit noch nicht genau. Einige Wissenschaftler vermuten, dass Schuppentiere die Zwischenwirte gewesen sind. Diese könnten, ähnlich wie die Schleichkatzen beim SARS-Ausbruch 2002/2003, als Delikatessen geltend in China auf Tiermärkten verkauft und verzehrt worden sein und so zur Infektion von Menschen geführt haben. Als Reaktion auf den Covid-19-Ausbruch, der durch viele Quellen auf einen Tiermarkt in Wuhan, China zurückgeführt wurde, wurde der Handel mit Wildtieren in China im Februar gestoppt.

Ob nun in diesem Fall tatsächlich ein tierischer Zwischenwirt nötig war oder das Virus direkt auf den Menschen übertragen wurde, wird sich zeigen. Fakt ist aber, dass der Verzehr und die Haltung von Tieren für und durch den Menschen auch in der Vergangenheit schon im Zusammenhang mit Pandemien und Epidemien standen.

Studien haben ergeben, dass die Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft dazu führen, dass sowohl Menschen als auch Nutztiere in immer unmittelbareren Kontakt mit Wildtieren kommen. Dadurch können Menschen entweder direkt oder eben indirekt durch die Zwischenwirte in der Viehzucht infiziert werden. Die hohe Dichte und Anzahl der Tiere in der Massentierhaltung und auch die Populationsdichte der Menschen machen es dem Erreger leicht, wenn er einmal vom Wildtierreich in unser System gelangt ist. Dort wo Mensch und Tier sich untereinander und miteinander sehr nahekommen, entstehen Infektionsherde (rot im Bild – vor allem Indien, China und Europa). Wuhan liegt übrigens inmitten einem dieser Gebiete.

Infektionsherde auf der Welt
https://sciencev1.orf.at/news/150871.html

Die Nähe zu Wildtieren – durch die Zerstörung ihres Lebensraums v.a. für Landwirtschaft (Stichwort Tierfutteranbau) und Viehzucht – und deren Verzehr (Stichwort SARS-Infektion und Schleichkatzen als Delikatesse in China) führt also nachweislich zu immer mehr und immer schwereren Pandemien.

Doch damit nicht genug, denn in der Viehzucht werden Pandemien weiter begünstigt indem wir großflächig und präventiv Antibiotika einsetzen, um den Krankheitsausbrüchen in der Massentierhaltung überhaupt Herr zu werden. Das fördert als weiterer Faktor die Entwicklung von Super-Erregern, die nun auch noch resistent gegen unsere Medikamente sind.

Wir sind kurzum schon mitten drin in einer Spirale, die durch Überbevölkerung, Massentierhaltung und Zerstörung von Wildtierlebensraum immer steiler wird und uns vermutlich in naher Zukunft immer schneller von einer zoonotischen Pandemie in die andere schicken wird.

Wenn es je eine Zeit gab, um über einen Wechsel zur veganen Lebensweise nachzudenken, dann jetzt!

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